Ria Sunn wurde in einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen geboren, wuchs aber in einer multikulturellen Familie auf, die ihr früh einen offenen Blick auf die Welt vermittelte. Schon als Teenager interessierte sie sich für Kunst, Fotografie und Ausdruckstanz – Themen, die später auch ihren beruflichen Weg prägten. Ihre Schulzeit beschreibt sie als unaufgeregt, aber von dem Wunsch begleitet, etwas Eigenes zu schaffen, jenseits konventioneller Karrierewege.
Nach dem Abitur arbeitete Ria Sunn zunächst in der Gastronomie und als Model für kleinere Fotoprojekte. Der Kontakt zur Erwachsenenbranche entstand durch eine Freundin, die bereits als Darstellerin tätig war. Was zunächst als einmaliges Experiment gedacht war, entwickelte sich schnell zu einer ernsthaften Leidenschaft. Ria Sunn betont, dass sie sich bewusst für diesen Beruf entschieden hat, und nicht aus finanzieller Not. Für sie stand die künstlerische Freiheit, die Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die Möglichkeit, Sexualität positiv darzustellen, im Vordergrund.
Ihre ersten Drehs fanden inländischen Studios statt, die auf authentische, natürliche Darstellungen setzen. Ria Sunn erinnert sich an anfängliche Nervosität, aber auch an ein professionelles Team, das ihr half, sich wohlzufühlen. Innerhalb weniger Monate baute sie sich einen Namen als Darstellerin, die nicht nur vor der Kamera überzeugt, sondern auch hinter den Kulissen mit ihrem Fachwissen und ihrer freundlichen Art überzeugt. Sie selbst sagt, dass sie viel über Beleuchtung, Kameraführung und Schnitt gelernt habe – Fähigkeiten, die sie heute auch bei eigenen Projekten einsetzt.
Ein entscheidender Moment in ihrer Karriere war die Zusammenarbeit mit einem Regisseur, der für narrative, fast filmische Erotik bekannt ist. Diese Produktion öffnete ihr Türen zu internationalen Sets in Spanien, Tschechien und den USA. Ria Sunn beschreibt diese Phase als intensiv, aber bereichernd: Sie lernte neue Arbeitsweisen kennen, musste sich auf fremde Kulturen einlassen und entwickelte ein Gespür für die Erwartungen verschiedener Märkte. Gleichzeitig blieb sie ihrem eigenen Stil treu – natürliche Ästhetik und respektvoller Umgang mit Kollegen.
Abseits der Kamera engagiert sich Ria Sunn für die Rechte von Sexarbeitenden und spricht offen über Tabus in der Branche. Sie hält Vorträge auf Fachmessen, schreibt gelegentlich Kolumnen für ein einschlägiges Magazin und nutzt ihre Reichweite, um über Safer Sex, Konsens und psychische Gesundheit zu informieren. Privat lebt sie zurückgezogen, pflegt aber enge Freundschaften zu Menschen, die nichts mit der Erwachsenenbranche zu tun haben. Ihre Familie unterstützt sie – auch wenn es anfangs nicht leicht war, den Beruf zu erklären.
Aktuell arbeitet Ria Sunn an einer eigenen kleinen Produktionsfirma, die ethischen Pioniergeist mit handwerklich gutem Film verbinden soll. Sie möchte vor allem jungen Frauen zeigen, dass dieser Beruf eine selbstbestimmte Wahl sein kann – ohne Ausbeutung und mit klaren Grenzen. Nebenbei absolviert sie eine Weiterbildung in digitalem Marketing, um ihre Marke unabhängiger zu machen. Ihre persönliche Erfahrung hat sie gelehrt, dass Authentizität und Konstanz wichtiger sind als schnelle Trends.